Drohnen und FPV Regularien bald grenzübergreifend 

Im Juni 2020 wird sich für Drohnen Piloten in der EU einiges ändern, denn die Europäische Luftüberwachungs-Organisation (European Aviation Safety Agency , kurz: EASA) hat ein einheitliches Reglement vorgeschlagen, um es Anwendern und Behörden einfacher zu machen, wenn es um den Einsatz von unbemannten Objekten im Luftraum geht. Wir haben euch einen kurzen Überblick zusammengefasst, was das genau für FPV-Flieger und Drohnen-Piloten im Allgemeinen bedeutet.

Auch wenn die neuen europäischen Regeln viele der unübersichtlichen Gesetzgebungen in den einzelnen EU-Ländern ersetzen werden, so gibt es doch ein paar Dinge, die man sich merken sollte. Für die drei meist genutzten Privatanwendungen, dem FPV-Racing, dem FPV-Freestyle und bei „DJI-like“ Produkten bedeuten die neuen EU-Regeln folgendes:

 

FPV RACING

Das wichtigste vorab: Um FPV-Flüge nach den Regeln der EASA auszuüben, brauch man (auch wie bisher) einen Spotter, sprich eine zusätzliche Person, die die Drohne mit bloßem Auge die ganze Zeit verfolgen kann. Seid ihr im Besitz einer Standard FPV-Racing Drohne mit einem Gewicht von etwa 400 Gramm, kommt dabei nämlich die Kategorie „Offen A3“ (weit weg von (nicht involvierten) Leuten)) zum Tragen. Dazu ist die Klasse dann natürlich in „selbstgebaut“ einzuordnen. Da die meisten Rennen im Sommer auf dem Gelände von Sportstätten oder abgesteckten Grünflächen stattfinden, ergibt sich hier sowieso keinerlei Problemstellung. Im Gegenteil: Es wird eher noch einfacher.

Die EU möchte auf ganz Europa anwendbare Standard-Szenarien einführen, die immer als Vorgabe heran gezogen werden können, wenn öffentliche Racing-Events eine Genehmigung brauchen. Sowieso ist es aber keine schlechte Idee, lokalen Vereinen beizutreten. Diese haben auf ihrem Vereinsgelände dann ohnehin schon eine generelle Aufstiegsgenehmigung.

Zwei Dinge sind auf jeden Fall noch Bemerkenswert: In der „offenen Kategorie A1 bis A3“ müssen alle Piloten einen Online-Test aus min. 40 Multiple-Choice Fragen durchlaufen, wenn ihre Drohne schwerer als 250 Gramm ist. Außerdem ist ein Mindestalter von 16 Jahren die Voraussetzung für den Aufstieg. Alternativ darf ein älterer Pilot die Aufsicht übernehmen oder es muss eine kleinere Drohne (>250g) gewählt werden.

NICHT SO FREI MIT „FREESTYLE“

Gehört ihr zur Fraktion der Freestyler und seid eher auf offenen Feldern oder im Park zu Hause wird es ein wenig komplizierter. Da euer Aktionsradius dadurch bestimmt wird, ob die Drohne noch in „visual line of sight“ von eurem Spotter ist, könnte es etwas schwieriger werden, auf schlecht einsehbarem Gelände zu manövrieren. Generell soll gelten: Wenn ihr näher als 120 Meter an Gebäude heran fliegt, fällt euer Flugbetrieb nicht mehr in die Kategorie „offen“ sondern in die Kategorie „spezifisch“. Dies wiederum bedarf einer Sondergenehmigung von der lokalen Luftraumverwaltung also in den meisten Fällen der Landesbehörde für Straßenamt und Verkehr. Wie genau das im Detail aussehen soll, wenn einzelne Piloten dann vor Flugantritt Risikoevaluationen abgeben müssen, wird sich allerdings erst im Verlauf der nächsten Jahre zeigen.

Da die neuen EU-Drohnen-Regeln aber auch eng mit dem 2018 verfassten Reglement zur zivilen Luftfahrt verbunden sind, welcher vorschreibt die Privatsphäre und personenbezogene Daten zu schützen, sind FPV-Copter mit HD Kameras, wie sie von Freestylern genutzt werden dann eventuell auch mit kommerziellen Coptern, wie den DJI Produkten gleichzusetzen.

Bis die EU-Regeln in den einzelnen Ländern verankert sind, wird aber mit Sicherheit noch an der ein- oder anderen Stelle im Gesetzesentwurf „geschraubt“ werden.

ENTSPANNTER FLUG MIT MAVIC UND CO.

Abgesehen von den Regeln zum Schutze der Privatsphäre, wird es aber wohl deutlich einfacher, die allseits beliebten „Consumer-Drones“ wie Mavic-Pro, Air und Spark in die Luft zu bekommen. Ja, der Multiple-Choice Test ist Voraussetzung und ja, Ihr müsst euch registrieren aber ab da kann man sich auf wenige, klar ersichtliche Grundlagen stützen, um keine Verstöße zu provozieren. Startet man beispielsweise einen alltäglichen „Urlaubsflug“, fällt man unter Kategorie A2, Klasse C2, da dabei ja des Öfteren auch unbeteiligte Menschen näher als 30 Meter an die Drohne kommen können.

IM ZWEIFEL SPEZIFISCH

Wann immer ihr Zweifel habt in welcher Kategorie ihr euch befindet und ihr euch nicht sicher seid, ob ihr die Vorgaben aus der „offenen“ Kategorie einhaltet, „fliegt“ ihr mit euren Drohnen sprichwörtlich in die „spezifische“ Kategorie.

Auch hier wird der Übergang zwischen den Kategorien im Prinzip schon sehr genau geregelt, ist aber situationsbedingt nicht immer so leicht nachvollziehbar. Es bleibt abzusehen, ob jeder Pilot dann eine Risikoevaluation abgeben muss, bevor er die Erlaubnis bekommt. Dafür gibt es momentan zwei Möglichkeiten: SORA Methode (siehe unten) oder Alternative, von den jeweiligen nationalen Luftfahrtbehörden akzeptierte, Bemessungsvarianten.

Kommt das Gesetz so auf den Tisch wie die EASA es möchte, gibt es bei offiziellen Stellen bereits eine Szenarien-Übersicht, in die sich die Flug-Vorhaben der Piloten anhand ihrer Drohne einordnen lassen.

BOOST FÜR DIE INDUSTRIE?

Insgesamt reicht die EASA allen Nutzern von Drohnen die Hände, indem Sie eine allumfassende Struktur über vorher in Stückwerk zerteilte Regularien legt. Das Reisen mit und der Einsatz von Drohnen wird einfacher, da die Registrierungen der Drohnen auch in anderen EU-Ländern gelten. Der Industrie könnte somit ein weiterer Schub bevorstehen, wenn der Einsatz von Drohnen in manchen Ländern überhaupt das erste Mal erlaubt sein wird.

In jedem Fall aber wird es Hobby-, Renn- und Freestyle-Piloten sowie den Veranstaltern erleichtert, ihre Bedürfnisse behördlich einzuordnen und andersrum genauso.

Für uns als Drone Champions League, mit dem Herzen in der Mitte Europas bedeutet dies auch einen großen Schritt in eine positive Zukunft.

In diesem Sinne – guten Flug allerseits!

 

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