Die DCL-Drohnenregularien wurden ins Leben gerufen, um Fairness zu garantieren und Innovation voranzutreiben. Fabian Wachter, Renndirektor der Drone Champions League, erklärt: „Ziel war es, etwas Ähnliches wie im großen Motorsport zu erreichen, wo die Vorgaben zwar streng sind, aber jedes Team die Möglichkeit hat, durch Technik besser zu sein als die anderen. Wir wollten Dinge wie Gewicht, Abmessungen, Leistung und Motoren regulieren. Ansonsten können die Teams alles tun, um das für sie beste Setup zu kreieren. “

2016
Im ersten DCL-Jahr wurden 5-Zoll-Drohnen mit 32 LEDs und 4-Zellen-LiPo (Lithium-Polymer)-Batterien für die Stromversorgung vorgegeben. Es gab keine Einschränkung hinsichtlich der Motorgröße, und die Rahmen der Drohnen wurden von den Piloten selbst angefertigt. Weil jedes Team einen anderen Rahmen verwendete, war jeder Drohnenkörper ein Unikat. Oftmals wurden viele 3D-gedruckte Teile verwendet, um alles zusammenzubauen.

„Die Drohnen sahen völlig anders aus als heute. Jedes Team und die meisten Piloten haben unterschiedliche Rahmen und unterschiedliche Hardware verwendet. Seither hat sich von Saison zu Saison extrem viel verändert“, so Fabian. „Heute benötigt jedes Team 30 bis 40 Drohnen, und ihre Drohnen sind alle identisch.“

2017
In der zweiten DCL-Saison wurden die Spezifikationen für die Drohnenbeleuchtung auf 40 LEDs erweitert. Es war die letzte Saison mit dieser Art von LEDs.

„In den ersten beiden Saisons haben wir normale LEDs verwendet: die kleinen Punkte. Mittlerweile haben wir spezielle LEDs, die exklusiv für DCL hergestellt werden“, erklärt Fabian. „Ziel ist es, dass die Zuschauer die Drohnen viel besser sehen können. Sie sind heller, und es ist einfacher, die Farbe zu erkennen. Durch die wirklich großen LED-Streifen kann man die DCL-Drohne sofort erkennen.“

2017 hat untermauert, dass die Drohnen mit Wind und Wetter kein Problem haben. Bei einem verregneten Wochenende in Brüssel haben die Teams ihre Drohnen einfach in Plastik eingewickelt und sind weitergeflogen! „Das Schlimmste, was passieren kann, ist Nebel. Dann können die Piloten die Tore nicht sehen. Wind und Regen indes sind kein Problem. Dafür sind die Renndrohnen einfach zu stark – eine DCL-Drohne hat heutzutage rund 5 kg Schubkraft, wiegt aber nur noch 800 Gramm. Es ist total verrückt“, so Fabian.

2018
2018 wurden nicht nur spezielle Chip-on-Board-LEDs eingeführt, die Drohnengröße stieg zudem auf 6 Zoll an, mit einer Mindestdiagonale von 325 mm – und Motor für Motor.

Die Batterieleistung indes blieb jedoch unverändert, ebenso wie die uneingeschränkte Motorgröße. Entsprechend versuchten die Teams, neue Levels zu erreichen, was aber zu Problemen führte. Um einen Schritt voraus zu sein, setzten sie Motoren ein, die viel zu stark waren. Die Folge: Batterien liefen leer, Motoren wurden demoliert.

Fabian erinnert sich: „Es war definitiv ein Lehrjahr für die Teams. Sie verwendeten dieselben Batterien wie zu Beginn der Serie, und sie brachten sie an ihre Grenzen.“

2019
Die wichtigsten Veränderungen an den DCL-Renndrohnen wurden erst in diesem Jahr umgesetzt. Der Rahmen ist noch größer geworden, beträgt jetzt 7 Zoll, die minimale Diagonale wurde auf 360 mm erhöht. Die optisch größte Modifikation resultierte in einem neuen, schlanken, und stromlinienförmigen Verdeck, das als einheitliches Chassis für alle Drohnen dient. „Das Verdeck ist wichtig für die Aerodynamik und verleiht den Drohnen einen sauberen Look. Das wiederum hatte Auswirkungen auf die Elektronik, weil alles an einem bestimmten Ort platziert werden muss oder gegebenenfalls nicht alle Teile unter die Haube passen“, sagt Fabian. „Für die Teams bietet es zudem die Möglichkeit, Sponsoren auf dem Chassis zu platzieren.“

2019 können die speziellen LEDs in der Größe variieren, sie müssen nur zum Rahmen passen; und zum ersten Mal seit dem Start der Serie hat sich die Batterieanforderung geändert: vorgegeben ist lediglich eine einzelne Batterie mit maximal 1,8 kW. Fabian erläutert: „Dadurch sind die Teams flexibler. Die Strecken der DCL-Saison sind sehr unterschiedlich, es gibt Highspeed- aber auch technische Strecken. Viele Teams hatten den Wunsch geäußert, ihre eigenen Batterien zu verwenden, und wir freuen uns immer über den Input der Teams in Bezug auf die Entwicklung unseres Regelwerks. “

Ebenfalls zum ersten Mal wurde die Größe des Motors limitiert: in technischer Hinsicht ein Maximum von 2207. „Wir haben es so festgelegt, damit alle Drohnen ungefähr die gleiche Leistung haben und der Schwerpunkt auf dem Können der Piloten liegt“, erklärt Fabian. „In diesem Jahr haben wir interessantere und spannendere Vorläufe gesehen. Die Drohnen sind viel näher zusammengerückt.“

Darüber hinaus war die DCL schon immer führend in der Entwicklung von FPV- (First Person View) und VTX-Technologien (Video Transmitter), die sowohl Fans als auch Piloten fantastische Bilder liefern. 2019 hat die DCL ein eigenes HD-Aufnahmesystem eingeführt – klein, leicht und ausgestattet mit einer Kombi-Kamera für HD- und analoge Signale.

Auch die technischen Fähigkeiten der Teams schreiten stetig voran. Bis 2019 haben fast alle Piloten ihre Drohnen selbst gebaut, jetzt verfügen die professionellsten Teams über eigene Ingenieure, die die Drohnen bauen und versuchen, sie an ihre Grenzen zu bringen. Zu den angesagtesten Teamtrends im Verlauf der aktuellen Saison gehört die Entwicklung neuer 3D-gedruckter Teile zur Verbesserung der Aerodynamik sowie die zunehmende Verwendung von Karbonfaserteilen aufgrund deren Haltbarkeit.

Die Zukunft 
Um Störungen im Ablauf zu vermeiden, nimmt die DCL nur einmal im Jahr umfangreiche Regeländerungen vor. Die Planung beginnt allerdings schon lange vor Saisonende. „Die Technologie ändert sich rasant, und unsere Liga versucht immer, auf dem neuesten Stand zu sein“, so Fabian. Er rechnet zwar nicht mit enormen Veränderungen hinsichtlich der Anforderungen an die Drohnen, sieht jedoch einen längerfristigen Fortschritt vor, darunter die Optimierung der FPV-Systeme unter allen Bedingungen.

„Zudem wollen wir noch mehr Daten von den Drohnen erhalten: zum Beispiel Echtzeit-Geschwindigkeit, Echtzeit-G-Kraft oder Echtzeit-Positionierung. Heißt, all das, was aktuell in den großen Motorsportarten bereits eingesetzt wird, haben auch wir auf dem Schirm.“